Neue Regeln für den Energiefonds der Stadt Frauenfeld
- 25. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Aug.
Du hast keine Ahnung, worum es bei den Abstimmungsvorlagen geht? Keine Sorge, wir erklären dir ganz einfach, worum es geht.

Stell dir vor, du wohnst in Frauenfeld und möchtest deine alte Öl- oder Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzen. Ein solcher Umbau kann viel Geld kosten.
Genau bei solchen Projekten kann der Energiefonds der Stadt Frauenfeld finanzielle Unterstützung leisten. Den Energiefonds gibt es in Frauenfeld bereits seit 2012. Jedes Jahr fliesst eine Million Franken in den Fonds. Die Hälfte davon stammt aus Steuergeldern, die andere Hälfte wird über den Stromtarif finanziert. Mit diesem Geld unterstützt die Stadt Privatpersonen und Unternehmen bei Energiemassnahmen. Auch Projekte an städtischen Gebäuden können damit finanziert werden.
Das Problem ist: Das Reglement, das festlegt, wofür das Geld aus dem Energiefonds eingesetzt werden darf, stammt ebenfalls aus dem Jahr 2012. Seither hat sich im Energiebereich einiges verändert. Es gibt neue Technologien sowie neue Förderprogramme von Bund und Kanton. Mit dem heutigen Reglement kann die Stadt viele dieser neuen Massnahmen jedoch nicht oder nur eingeschränkt unterstützen. Dazu gehören beispielsweise der Ersatz von Öl- und Gasheizungen, Anschlüsse an Fernwärmenetze oder neuere Energietechnologien. Genau das soll sich nun ändern.
Mit einer Totalrevision soll der Energiefonds moderner und flexibler werden. Neu sollen grundsätzlich Massnahmen unterstützt werden können, die Energie sparen, erneuerbare Energie nutzen oder speichern oder den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren.
Wichtig ist: Der Energiefonds selbst wird durch die Revision nicht grösser. Es fliesst weiterhin jedes Jahr eine Million Franken hinein. Für die Bevölkerung entstehen durch die Revision auch keine neuen Abgaben.
Wenn die Änderung abgelehnt wird, bleibt vorerst das bisherige Reglement gültig. Danach soll im Gemeinderat eine Motion zur Abschaffung des Energiefonds eingereicht werden. Künftig sollen dann vor allem Förderprogramme von Bund und Kanton genutzt werden.
Das spricht dafür
Die Regeln des Energiefonds stammen aus dem Jahr 2012 und passen teilweise nicht mehr zu den heutigen Technologien und Fördermöglichkeiten. Dadurch kann Geld im Fonds liegen bleiben, obwohl es für aktuelle Energiemassnahmen eingesetzt werden könnte.
Mit dem neuen Reglement könnte die Stadt flexibler auf neue Entwicklungen reagieren und beispielsweise Wärmepumpen, Fernwärmeanschlüsse oder andere moderne Technologien unterstützen.
Dadurch könnte in Frauenfeld mehr erneuerbare und weniger fossile Energie wie Öl oder Gas verwendet werden. Langfristig könnte dies Energiekosten senken und die Abhängigkeit von Energie aus dem Ausland reduzieren.
Das spricht dagegen
Es stellt sich die Frage, ob der Energiefonds in dieser Form überhaupt noch notwendig ist. Jedes Jahr fliesst automatisch eine Million Franken hinein – unabhängig davon, wie viel Geld tatsächlich gebraucht wird und wie gross die Wirkung der Förderungen ist.
Technologien wie Wärmepumpen oder Photovoltaikanlagen sind heute weiterentwickelt und wirtschaftlicher als noch im Jahr 2012. Gleichzeitig unterstützen Bund und Kanton bereits verschiedene Energiemassnahmen finanziell.
Wenn zusätzlich auch die Stadt Fördergelder auszahlt, könnte es deshalb zu Doppelförderungen kommen. Damit würde möglicherweise öffentliches Geld für Massnahmen eingesetzt, die auch ohne zusätzliche Unterstützung der Stadt umgesetzt würden.
Lesefaul? Auf unserem Instagram-Account (@jugendrat_frauenfeld) erklären wir dir diese Abstimmungsvorlage ganz einfach im Video.
Text: Marlene
Grafik: canva/ Stadt Frauenfeld
Quelle: Stadt Frauenfeld, Abstimmungsbotschaft über die Totalrevision des Reglements über den Fonds für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (Energiefondsreglement)

