«Ernährungsinitiative» einfach erklärt
- 25. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Du hast keine Ahnung, worum es bei den Abstimmungsvorlagen geht? Keine Sorge, wir erklären dir ganz einfach, worum es geht.

Stell dir vor, die Schweiz steckt in einer Krise und plötzlich können keine Lebensmittel mehr aus dem Ausland importiert werden. Wir müssten uns also hauptsächlich von dem ernähren, was in der Schweiz produziert wird. Genau hier setzt die Ernährungsinitiative an.
Heute produziert die Schweizer Landwirtschaft weniger als die Hälfte der Lebensmittel, die wir in der Schweiz benötigen. Ein grosser Teil unserer Lebensmittel wird deshalb aus dem Ausland importiert. Die Ernährungsinitiative will, dass die Schweiz mehr Lebensmittel selbst produziert und dadurch weniger vom Ausland abhängig wird. Das Ziel ist, dass mindestens 70 Prozent der Lebensmittel, die in der Schweiz konsumiert werden, aus der Schweiz stammen.
Damit dieses Ziel erreicht werden kann, soll die Landwirtschaft weniger tierische und mehr pflanzliche Lebensmittel produzieren. Der Grund dafür ist, dass mit der gleichen landwirtschaftlichen Fläche mehr Menschen ernährt werden können, wenn beispielsweise Getreide oder Gemüse direkt für Menschen angebaut wird, anstatt damit zuerst Tiere zu füttern.
Gleichzeitig will die Initiative die Umwelt stärker schützen. Es sollen weniger Pflanzenschutzmittel und Dünger eingesetzt werden. Dadurch sollen das Trinkwasser, die Böden und die Biodiversität besser geschützt werden.
Diese Ziele müssten innerhalb von zehn Jahren erreicht werden.
Das spricht dafür
Die Schweiz ist bei der Versorgung mit Lebensmitteln stark vom Ausland abhängig. Wenn beispielsweise während einer Krise internationale Lieferketten unterbrochen werden, könnte die Versorgung mit Lebensmitteln schwieriger werden. Durch eine stärkere inländische Produktion könnte die Ernährungssicherheit erhöht werden.
Eine stärker auf pflanzliche Lebensmittel ausgerichtete Landwirtschaft könnte zudem effizienter sein, weil auf derselben Fläche mehr Lebensmittel direkt für Menschen produziert werden können. Gleichzeitig könnten durch den geringeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Dünger die Umwelt, die Böden und das Trinkwasser besser geschützt werden.
Das spricht dagegen
Das Ziel, innerhalb von zehn Jahren einen Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent zu erreichen, könnte schwierig umzusetzen sein. Dafür wären grosse Veränderungen in der Schweizer Landwirtschaft notwendig.
Der Staat müsste möglicherweise stärker in die landwirtschaftliche Produktion und indirekt auch in das Lebensmittelangebot eingreifen. Eine stärkere Produktion in der Schweiz könnte ausserdem höhere Kosten verursachen. Dadurch könnten auch die Preise für Lebensmittel steigen.
Gleichzeitig könnte die Auswahl für Konsumentinnen und Konsumenten eingeschränkt werden, wenn stärker darauf geachtet werden müsste, welche Lebensmittel in der Schweiz produziert werden können.
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Text: Marlene
Grafik: canva/ ernaehrungsinitiative-nein.ch/ initiative-fuer-eine-sichere-ernaehrung.ch
Quelle: VoteInfo, Ernährungsinitiative

